Pizzeria? Ja …. das kann man machen. Muss man aber nicht. Die bei uns so beliebte Pizza gibt es auch auf Sardinien. Im Ristorante steht sie allerdings meist gar nicht erst auf der Karte. Wer auf der Suche nach Pizza ist, sollte deshalb vorher in der Karte nachschauen oder eine Pizzeria suchen. In touristisch geprägten Regionen gibt es solche Pizzerien häufig, in anderen Gebieten ohne stärkeren Tourismus ist die Pizzeria tatsächlich eher eine Randerscheinung beim auswärts Essen. Viel eher geht man ins Restaurant oder besser: Ins Ristorante.

Wann wird gegessen?

Für eine ausgiebige oder kleinere warme Mahlzeit kommt sowohl der Mittag als auch der Abend in Frage. Wenn Ihr Euch für den Mittag entscheidet, dann berücksichtigt, dass die meisten Restaurants ab punkt 13.00 Uhr warme Küche bieten und gegen 15.00 Uhr die Türen wieder schließen. Am Abend geht es etwa ab 21.00 Uhr erst so richtig los – vorher findet Ihr an den wenig touristischen Orten kaum einen Gast im Restaurant. Wo es touristischer zugeht, hat man sich an die Gewohnheit von Nordeuropäern durchaus angepasst und öffnet das Restaurant den ganzen Tag ab Mittag und auch der Koch für das Abendessen ist dann früher am Abend im Restaurant vorzufinden. Aber bei Restaurants, die etwas weiter abseits liegen oder ganz und gar nicht auf Touristen eingestellt sind, solltet Ihr Euch an die üblichen Essenszeiten halten – Ihr findet sind verschlossene Türen vor.

Gegessen wird, was auf den Tisch kommt? Das ist eine interessante Erfahrung – probiert es aus. Die Auswahl ist so üppig, das es nicht schlimmt ist, wenn eines der Gerichte nicht nach Eurem Geschmack ist.

Anders Essen: Auf Empfehlung des Hauses

Die Speisenfolge weicht weit von unseren Vorstellungen des Essens ab. Typisch deutsches Bestellen eines Gerichtes ist hier eher unüblich. In touristischen Regionen kennen die Restaurants das zwar selbstverständlich, die Karte ist aber dennoch auf andere Gewohnheiten ausgerichtet. Von der üblichen Speisenfolge könnt Ihr zwar abweichen, es gibt aber Restaurants, die das Mittag- oder Abendessen nur als „Gesamtwerk“ servieren und in diesen Restaurants wird gegessen, was auf den Tisch kommt.

Darüber hinaus könnt Ihr in jedem Restaurant einfach danach fragen, was es heute gibt – man wird Euch eine entsprechende Speisenfolge vorschlagen mit den Gerichten, die gerade frisch im Angebot sind und die nicht zwangsläufig auf der Karte stehen. Dafür wird in vielen Restaurants eine Pauschale in Rechnung gestellt.

Die Pauschale für ein Menü lohnt sich in der Regel – zwischen 30 und 50 Euro pro Person inklusive der Getränke kommt man meist davon. Und: Für dieses Geld bekommt man viel geboten. Wer auf Sardinien ist, sollte die Gelegenheit nutzen und sich einmal der sardischen Vorstellung von „Essen gehen“ hingeben. Es lohnt sich.

Beim Essen gehen lässt man sich auf Sardinien nicht lumpen. Ein komplettes Menü umfasst vier bis sechs Gänge, wobei schon die Antipasti aus mehreren Gerichten bestehen.

Das typische Menü im Restaurant auf Sardinien

Die erste Runde besteht aus Anitpasti. Entlang der Küste sind das verschiedene Speisen mit Fisch oder Schalen- und Krustentieren. Der Tintenfischsalat ist dabei etwa ein Klassiker, der neben anderen Gerichten auf dem Tisch landet. In den Bergen ist es meist eine Käse-, Wurst- und schinkenauswahl, die mit Olivenöl genossen wird. Die zweite Runde besteht häufig aus Pasta, in der Regel mit Muscheln oder anderen Erzeugnissen aus dem Meer oder mit Fleisch. Restaurants gehobener Kategorie bieten noch ein oder zwei Zwischengänge – etwa mit Suppe, Miesmuscheln, frischem Oktopus oder ähnlichem. Der Hauptgang besteht dann aus Fisch, Tintenfisch oder Fleisch; in Abhängkeit dessen, was Ihr bestellt habt. Dabei lässt man sich nicht lumpen – die Portionen sind groß. Das ganze wird durch eine Nachspeise abgerundet; das Zitronensorbet gehört dabei zu den häufigsten Nachspeisen. Manchmal ist es aber auch ein Kuchenstück oder anderes.

Vier bis sechs Gänge gehören also dazu; anschließend noch der obligatorische Espresso und gerne auch einen Grappa oder einen Mirto (darüber lest Ihr mehr bei den Spezialitäten Sardiniens). Die werden begleitet von Brot, nur ein Gang beinhaltet in der Regel etwas mit Pasta oder anderen sättigenden Beilagen. Wer einen Salat dazu bestellt, bekommt diesen meist zwischen den Mahlzeiten, nicht als Vorspeise wie bei uns. Und er fällt in der Regel einfach aus – als grüner Salat oder als Tomatensalat. Die gesamte Speisenfolge wird von Wein und Wasser begleitet. Ihr könnt einfach den Hauswein bestellen oder einen Wein Eurer Wahl. In der Regel haben alle Restaurants Weine der gängigen Weingüter Sardiniens im Angebot.

Häufig auf der Speisekarte

Auf der Speisekarte im Restaurant finden sich einige Gerichte, die häufig vorkommen. Klar … Ihr könnt einfach irgend etwas bestellen, auch wenn unklar ist, was am Ende auf dem Tisch landet. Mit ein paar wenigen Begriffen erschließt sich aber die Sprache der Speisekarten auf Sardinien ein wenig schneller und Ihr verpasst nichts. Denn nur allzu schnell ist es passiert: Wir bestellen, was wir kennen und verstehen – dabei entgehen einem aber leider die besten Gerichte. Verschafft Euch also einen Eindruck über das, was auf Eurem Teller landen könnte:

culurgiones

Culurgiones: Eine Spezialität auf der Insel - die Teigtaschen sind gefüllt, die Tomatensosse dazu in der Regel sehr fruchtig. Es handelt sich um ein vegetarisches Gericht.

cozze-vongole-muscheln

Miesmuscheln (Große dunkle Muscheln) und Venusmuscheln (Kleinere helle Muscheln): Sie stellen in der Speisefolge meist den ersten Gang dar - nach den Antipasti.

vongole-pasta

Spaghetti con Vongole: Die Spaghetti mit Venusmuscheln stellen einen typischen zweiten Gang dar. Sehr häufig gibt es sie auch mit Miesmuscheln (Cozze).

malloreddus

Malloreddus: Ohne Malloreddus geht nichts auf Sardinien. Hier ist das Ganze noch mit Pane Guttiau verziert. Die Malloreddus sind sehr sättigend.

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Moscardini alla Diavola: Die kleinen Tintenfische sind ganz zart, in einer etwas schärferen Sosse. Keine Angst - allzu scharf ist es nicht. Dafür aber wahnsinnig lecker.

calamari-fritti

Calamari Fritti: Mit den zähen Tiefkühl-Tintenfischringen aus Deutschland hat das hier nichts gemeinsam. Der Tintenfisch ist zart, die Panade knusprig - ein Genuß.

gamberoni

Die Gamberoni schmecken fantastisch. Wer Garnelen nur als Tiefkühlkost kennt, sollte hier unbedingt zugreifen und die fangfrischen Gamberoni bestellen.

Zu guter letzt noch ein Hinweis: Wundert Euch nicht, wenn Ihr die Rechnung bekommen habt und niemand zum kassieren kommt. In vielen Restaurants ist es üblich, zur Kasse zu gehen und dort zu bezahlen. Beobachtet einfach andere Gäste, dann werden Ihr  sehen, wie es im jeweiligen Restaurant gehandhabt wird.

 

Für diesen Shop lege ich meine Hand ins Feuer: Wein, Lebensmittel und Spezialitäten von der schönen Insel findet Ihr bei www.sardinienprodukte.at. Lieferung nach Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg, Niederlande und Belgien.
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