Wein gehört auf Sardinien einfach dazu. Egal ob Weißwein oder Rowein, am Mittag oder am Abend wird er zum Essen genossen. Die Weine der Insel können sich sehen lassen; es finden sich großartige Weissweine wie auch Rotweine auf Sardinien. Auch so genannte autochtone Sorten findet man hier vor. Mit anderen Worten: Rebsorten, die dort wachsen, wo sie auch ihren Ursprung haben. Oder vereinfacht ausgedrückt: Einheimische Rebsorten. Dazu gehören auf Sardinien der Nuraghus und die Rebsorte Monica; auch der Torbato gehört zu den einheimischen Rebsorten.

Im Restaurant finden sich in der Regel Weine der gängigen Weingüter Sardiniens. In den allermeisten Fällen kann man guten Gewissens aber auch einfach den „Vino della casa“ – den Hauswein – bestellen, die in der Regel für ein Essen im mittleren Preissegment oder für eine Pizza vollkommen ausreichend sind. Wer auf gehobenes Niveau wert legt, sucht eine Flasche mit edlerem Tropfen aus. Und da gibt es so Einige, die mit den bekannteren Weinen aus Sizilien oder aus der Toskana leicht mithalten können. Nuragus, Torbato, Cannonau und Monica sind einige der klanghaften Namen, die sich im Weinregel auf Sardinien finden.

Die ortsüblichen Weine der auf Sardinien ansässigen Weingüter wie etwa Sella e Mosca, Argiolas und andere kann man in jedem Supermarkt kaufen. Es ist nicht zwingend notwendig, spezielle Weinhandlungen dafür aufzusuchen oder direkt zum Erzeuger zu fahren. Der Besuch eines Weingutes ist zwar durchaus interessant, für einen ersten Blick auf die Weine der Insel oder für die Versorgung in der Ferienwohnung absolut keine Notwendigkeit.

Nuragus

Beim Nuragus handelt es sich um einen Weißwein. Die Rebsorte Nuragus hat eine lange Tradition auf Sardinien, vermutlich kannten schon die Phönizier diese Sorte. Im Wesentlichen wird der Nuragus im Süden der Insel angebaut und als Nuragus di Cagliari angeboten. Um diesen Namen „Nuragus di Cagliari“ zu tragen, muss der Wein mindestes 85% dieser Rebsorte enthalten und mindestens 10,5% Alkohol enthalten. Der Nuragus sollte kühl genossen werden; empfohlen werden 9 bis 11 Grad und innerhalb der ersten drei Jahre nach Abfüllung getrunken werden. Er ist weit verbreitet auf Sardinien, der Geschmack zunächst für Wein-Anfänger etwas ungewöhnlich, denn er ist wenig fruchtig, eher trocken und leicht und ohne Schnörkel … häufig auch mit einer leicht bitteren Note. Er passt hervorragend zu Fisch und mildem Käse – aber ganz so genau muss man das eigentlich nicht nehmen.

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Vermentino

Auch der Vermentino ist ein Weißwein, der auf Sardinien sehr verbreitet ist. Er ist in der Regel fruchtiger als der Nuragus, kommt aber immer mit der leicht bitteren Note daher. Er schmeckt verhältnismäßig kräftig und wie auch der Nuragus sollte er eher kühl getrunken werden. Insbesondere an heißen Sommertagen ist dieser Wein insofern ein perfekter Begleiter zu Fischgerichten oder auch zu kräftigerem Käse.

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Torbato

Der Torbato ist der „elegante“ unter den Weißweinen Sardiniens. Er wird im Norden in der Region Sassari beziehungsweise rund um Alghero angebot. Ein leckerer Tropfen zu Fisch und anderen leichten Gerichten oder als Wein für die Terrasse in warmen Sommernächten: Der Torbato kann punkten. Er ist bei den Besuchern Sardiniens nicht ganz so bekannt – zu unrecht. Duftig, goldgelb und mit fruchtigen Noten, der Torbato ist nicht zu verachten. Die Rebsorte wird übrigens ausschließlich vom Weingut Sella & Mosca angeboten. Die Weine „Torbato“ und „Terre Bianche“ entsprechen einem mittleren bis guten Qualitätsniveau. Der „Terre Bianche Cuveé 161″ gehört zum gehobenen Standard, der zu den edlen Krustentieren der Insel gut passt. Der Schaumwein Torbato Brut gibt einen guten Aperitif ab.

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Cannonau

Der Cannonau ist ein Rotwein. Die Rebsorte Grenache ist die Sorte, die in der Welt am häufigsten angebaut wird. Auf Sardinien heisst die Sorte „Cannonau“. Der Aufdruck „Cannonau di Sardegna“ auf dem Etikett besagt, dass der Wein zu 99% aus dieser Rebsorte besteht. In anderen Fällen lohnt der Blick auf die Flasche, denn unter Umständen handelt es sich ansonsten um einen Verschnitt mit anderen Sorten. Der Cannonau ist als Rotwein etwas für Freunde kräftiger Weine. Würzig und mit Beerenaromen kommt er alles andere als leicht daher. Er passt zu kräftigem Käse, zu Fleisch und anderen Gerichten, die eher deftig schmecken. Ein „Riserva“ ist ein Cannonau, der mindestens zwei Jahre gelagert wurde, mindestens sechs Monate davon in Holzfässern – Eiche oder Kastanie. Das schmeckt man ganz deutlich gegenüber dem Cannonau, der nicht in diesem Umfang gelagert wurde. Weinkenner wissen das und schätzen den Riserva daher sehr. Die Traube wird auch für Dessertweine verwendet; auf dem Etikett findet sich dann der Hinweis „liquoroso“. Diese Variante ist deutlich süsser und hat einen höheren Alkoholgehalt.

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Monica

Monica – abgeleitet vom Wort „Mönch“ – ist eine ebenfalls weit verbreitete Rebsorte auf Sardinien und auch hierbei handelt es sich um einen Rotwein. Sie ist autochton und daher auch eine Besonderheit der Insel Sardinien. Die Rebe wird auf ganz Sardinien angebaut, bei den Bezeichnungen Monica di Sardegna und Monica di Cagliari handelt es sich um ein Qualitätssiegel, das Mindestansprüche an den Wein sicher stellt. Rund, voll und mit dem Aroma dunkler Beeren … so schmeckt der Monica, die Farbe ist verhältnismäßig dunkel. Er passt wie auch der Cannonau gut zu kräftigen Speisen. Freunde eines guten Tropfens geniessen ihn aber selbstverständlich auch einfach nach dem Essen, auf der Terrasse am Abend oder mit Freunden. Wie auch beim Cannonau gilt für diesen Rotwein Sardiniens, dass die Bezeichnung „Riserva“ die Lagerzeit von zwei Jahren garantiert.

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Malvasia

Unter dem Begriff „Malvasia“ ist eigentlich eine ganze Reihe an Rebsorten zu verstehen, die unter dem Begriff „Malvasia“ zusammen gefasst werden. Der Malvasia di Sardegna ist eine weisse Rebsorte, aus der großartige Dessertweine entstehen. Süss, mit rundem Aroma und schwerem Geschmack ist er der ideale Begleiter zum Nachtisch oder auch im Verlauf des späteren Abends, in tiefgoldener Farbe mit Honignoten und Kräuteraromen. Der Malvasia wird in und um Bosa angebaut, Malvasia di Bosa und Malvasia di Planargia gehören zu den wenigen Angeboten dieser edlen Weine in Italien. Wer vor Ort ist, sollte sich einen Malvasia deshalb nicht entgehen lassen.

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Weingüter auf Sardinien

Viele Weine sind Verschnittweine. Deshalb müssen sie nicht schlecht sein, es gibt durchaus gute Begleiter zum Essen, die keinem Weingut zuzuordnen sind. Beim Einkauf von Wein hilft es allerdings, die gängigen Namen der Weingüter auf der Insel zu kennen. Sonst landet womöglich ein Wein aus Sizilien im Einkaufskorb. Sella & Mosca gehört neben Argiolas und Santadi zu den am weitesten verbreiteten Weinproduzenten beziehungsweise Weingütern.

Bei Argiolas kann man im Süden der Insel auch direkt vor Ort zum Weingut in Serdiana in der Provinz Cagliari (www.argiolas.it). Im nördlicheren Teil Sardiniens bei Alghero lässt sich das Weingut Sella & Mosca in Form einer Vinothek direkt besuchen, für Besichtigungen müssen Termine abgemacht werden (www.sellaemosca.it). Auf das Gelände und in die Verkaufsräume kommt man aber auch ohne vorherige Anmeldung; das lohnt sich schon alleine aufgrund der schönen Anlage (siehe Bild unten).  Auch bei Santadi ist ein Besuch möglich, der aber vorher angefragt werden muss (www.cantinadisantadi.it).

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Eher ein Geheimtipp und mehrfach prämiert für großartige Weine ist di Cantina Mogoro. Während Mogoro selbst ganz und gar nicht touristisch ist, findet sich aber direkt neben diesem Weingut Sardiniens eine Nuraghe und auch die Nuraghe Su Nuraxi ist nicht weit entfernt. Auch hier kann der Wein direkt vor Ort erstanden werden: www.cantinadimogoro.it, allerdings verirren sich eher selten Ausländer zu diesem Weingut. Das macht es aber auch so besonders und ist für echte Inselentdecker genau das Richtige.

Auch wenn dies nun ganz gewiss nicht alle Weingüter der Insel repräsentiert: Die Auswahl zeigt die wichtigsten Weinproduzenten, deren Weine auch in Deutschland, in Österreich oder in der Schweiz gekauft werden können. Nur die Cantina di Mogoro bildet da eine Ausnahme, diese Weine sind nicht überall verfügbar. Dafür sind sie aber ein tolles Mitbringsel – etwa zum Geburtstag für einen Weinliebhaber oder für besondere Momente zu Hause. Die Weine von Sella & Mosca, von Santadi oder von Argiolas können auch zu Hause problemlos über einen Online Shop gekauft werden. Alternativ weisen in einigen Ortschaften auch Schilder auf Weingüter oder auf den Direktverkauf von Wein hin – wie beispielsweise oben im Bild in Bosa.

 

Für diesen Shop lege ich meine Hand ins Feuer: Wein, Lebensmittel und Spezialitäten von der schönen Insel findet Ihr bei www.sardinienprodukte.at. Lieferung nach Deutschland, Österreich, Schweiz, Luxemburg, Niederlande und Belgien.
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