Tiere und Pflanzen auf Sardinien

Sardinien-Tiere-Pflanzen
Sardinien-Tiere-Pflanzen

Flamingos, Schildkröten, Myrte, Eukalyptusbäume, die typisch mediterrane Macchie, sardische Hirsche und weisse Esel: Die Tiere und Pflanzen der Insel Sardinien sind ganz eigen. Allergiker dürfen sich darüber auch freuen. Die üblichen Verdächtigen finden sich nicht – vom Heuschnupfen gibt es auf Sardinien eine Erholpause. Die Natur explodiert im Frühling. In den Monaten März, April und Mai blüht die ganze Insel. Ab Juni verbrennt die Sonne das bombastische Schauspiel und dennoch bleiben immer auch grüne Flecken. Im Herbst ab Oktober kommen mit den ersten Regenfällen wieder viele blühende und grüne Pflanzen hervor. Das Landschaftsbild verändert sich so im Lauf der Jahreszeiten ganz anders als im mitteleuropäischen Raum. Einige Tiere konnten sich auf Sardinien aufgrund der Lage im Mittelmeer abseits vom Festland so entwickeln, dass endemische Arten entstanden sind, die nur auf Sardinien vorkommen.

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Fauna Sardiniens: Nutztiere und Wildtiere auf Sardinien

Es gibt zahlreiche Nutztiere auf Sardinien. Die Landwirtschaft spielte und spielt auf Sardinien eine bedeutende Rolle - so ist etwa der Beruf des Schäfers noch immer beliebt auf der Insel. Auf vielen Höfen wird auch selbst geerntet und geschlachtet oder Käse hergestellt. Wer beispielsweise einen Urlaub im Agriturismo (auf dem Bauernhof) verbringt, kommt in den Genuß dieser Köstlichkeiten.

Pferde und Esel

Pferde und Esel sind von Sardinien nicht weg zu denken. Die Bedeutung der Esel hat zwar abgenommen, aber man findet sie dennoch recht häufig auf den Höfen Sardiniens. Pferde spielen seit jeher eine große Rolle, die Sarden sind tolle Reiter und wer mag, kann sich auf Sardinien auch dem Pferdesport widmen. Ausritte am Strand sind beispielsweise eine häufige Freizeitbeschäftigung. Man findet auf Sardinien zahlreiche Gestüte.

Schafe

Die Schafe sind ebenfalls ganz fester Bestandteil der Tierwelt Sardiniens. In großen und kleinen Herden sind sie überall auf Sardinien vorzufinden. Vor allem entsteht auf dieser Basis der gute Pecorino Sardo (sardischer Pecorino - also Schafskäse), der in den unterschiedlichsten Verarbeitungsformen ganz individuelle Geschmäcker entwickelt. Wer auf Seitenstrassen mit dem Auto oder Camper über die Insel fährt, gerät leicht in die Mitte einer der zahlreichen Schafherden. Die Schäfer winken einem durch, die Fahrt kann üblicherweise innerhalb weniger Minuten weiter gehen. Insbesondere im Frühling - wenn Sardinien üppig grün ist - sind sie hübsch anzusehen (auf dem Foto auf einer Wiese mit falscher Kamille, die kissenartig die Landschaft bedeckt, als würde Schnee liegen).

Andere Nutztiere

Selbstverständlich gibt es auf Sardinien noch viele andere Nutztiere: Geflügel wie Hühner und Ziegen sind beispielsweise häufig vorzufinden. Auch Hunde sind sehr sehr verbreitet - die einheimische Haus- und Hofhund-Rasse ist der Cane Corso (korsischer Hirtenhund). Die meisten Hunde aber sind Mischlinge.

Gibt es gefährliche oder giftige Tiere auf Sardinien?

Diese Frage wird häufig gestellt. Eigentlich: Nein. Das einzig gefährliche Landtier Sardiniens ist die europäische Schwarze Witwe (wie überall in Italien, Kroatien und in anderen südeuropäischen Ländern). Allerdings sind kaum Fälle bekannt, in denen jemand Schaden davon getragen hat. Das Gift der europäischen Schwarzen Witwe ist nicht so stark wie das der südlichen schwarzen Witwe. Krampfartige Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen oder Bluthochdruck können die Folge sein. Die Wunde wird rot und schwillt an. Die Symptome klingen ohne Behandlung erst nach einigen Tagen ab. Nur wenn sie sich bedroht fühlt, beisst eine solche Spinne. Sie wurde übrigens auch schon in Deutschland gesichtet.

Das Petermännchen ist ein Fisch, der mit seinem Stachel ziemlich arge Schmerzen bereitet. Es ist 1 bis 40 cm lang und Unfälle passieren in der Regel, indem man auf einen Fisch tritt, der sich im Uferbereich im Sand versteckt. Einen Stich sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen; er kann erhebliche Beschwerden nach sich ziehen. Kühlung ist der falsche Weg - vielmehr hilft sofortige Desinfektion, auspressen der Wunde und heisses Wasser (so heiss es auszuhalten ist) oder das Erhitzen der Wunde zum Beispiel mit Hilfe einer Lupe.

Dass andere Tiere wie Hirsche, Pferde oder auch frei laufende Rinder und Kühe oder Wildschweine keine Kuscheltiere sind, müsste darüber hinaus klar sein. Respektvoller Abstand ist immer ratsam, wenn einem ein entsprechendes Tier begegnet. Die Hunde Sardiniens können manchmal lästig werden, denn sie laufen oft frei oder sind einfach vom Besitzer aufgegebenen worden. Einige sind oder auch ehemalige Wachhunde für die Schafe. Sie machen viel Lärm und können vor allem auf Wanderer und Spaziergänger beängstigend wirken. Dagegen hilft nur eins: Einen Stein unterwegs einsammeln und parat halten. Wenn ein Hund auf einem zurennt, dann kann man das Werfen eines Steines nachahmen (bitte nicht werfen). Die Hunde Sardiniens kennen das - leider - und sind dann schnell weg. Diese Maßnahme soll aber nur für den Notfall gelten.

Die Wildtiere auf Sardinien kann man vor Ort beobachten. Besonders häufig und offensichtlich finden sich Eidechsen, Flamingos und Schildkröten sowie Wildpferde und die weissen Esel der Insel Asinara. Andere Wildtiere wie den sardischen Hirsch bekommt man eher selten zu sehen.

Flamingos auf Sardinien

Die anmutigen Flamingos auf Sardinien sind eine Besonderheit der Insel und außerordentlich beliebt. Man findet sie in großer Zahl rund um die Hauptstadt Cagliari und auch rund um Oristano (vorwiegend am Hafen von Oristano) sind sie in großer Zahl anzutreffen. Im Norden der Insel finden sie sich nur vereinzelt - beispielsweise im Stagno von San Teodoro oder bei Budoni (Baia di Budoni). Genau genommen handelt es sich um Rosaflamingos, die auf Sardinien im ganzen Jahr anzutreffen sind.

Das Mufflon

Das Mufflon ist ein Wildschaft mit großen gebogenen Hörnern. Es ist auch in anderen Regionen Europas vorzufinden, kommt aber ursprünglich von Sardinien und Korsika - zumindest soweit das dokumentiert ist. Sie mögen es trocken und steinig - die Gebirge Sardiniens sind deshalb ein idealer Lebensraum für diese Wildtiere. Das europäische Mufflon lebt meist im Rudel mit einem alten Schaf als Leittier. Sie sind scheu und flüchten in sehr ungängliche Felsen, so dass man auch das Mufflon eher selten zu sehen bekommt. Es ist in den steinigen und kargen Gebirgsregionen Sardiniens ausserdem aufgrund guten Tarnung schwer auszumachen.

Eidechsen

Sie werden so gut wie nie erwähnt. Einige Menschen mögen sie nicht. Obwohl es eigentlich ausserordentlich hübsche Tiere sind: Eidechsen. Sie sind überall auf Sardinien und wärmen sich gerne in der Sonne auf den aufgeheizten Steinen. Die scheuen und wachsamen Tiere verschwinden schnell, wenn man zu nahe kommt.

Schildkröten

Schildkröten (Breitrandschildkröten) sind auf Sardinien sehr verbreitet. Man findet sie im Frühling - wenn das Gras hoch steht - inmitten der Wiesen und spriessenden Gräser. Gerne ziehen sie auch in den einen oder anderen Garten ein. So ist eine Haus- und Hof-Schildkröte auf Sardinien keine Seltenheit.

Die weissen Esel der Asinara

Berühmt sind sie - die weissen Esel der Insel Asinara ganz im Norden Sardiniens. Man erreicht die Insel von Porto Torres aus mit dem Schiff. Wie sich die weissen Esel entwickeln konnten oder wo sie herkommen, weiss niemand. Aber: Sie sind weiss mit blauen Augen und das Wahrzeichen der Insel Asinara.

Wildschweine, Pferde, sardischer Hirsch und mehr

Der sardische Hirsch lebt in den Bergen und Wäldern Sardiniens. Pferde finden sich überall auf Sardinien. Eine Besonderheit ist aber die Hochebene Giara di Gesturi, die ein Refugium für Wildpferde ist. Die Wildpferde Sardiniens auf der ausgedehnte Giara ist Pflicht für Tier- und Pferdefans. Wildschweine und wilde Schweine leben überall auf Sardinien. Wer wandern gehen will, sollte sich etwas vorsehen, denn gerade die Wildschweine kommen bei Anbruch der Dämmerung gerne aus der Deckung. Wilde Schweine dagegen sind glücklicherweise deutlich vom Wildschwein unterscheidbar, sie ähneln eher dem Hausschwein. Auch der Pilgerfalke ist auf Sardinien anzutreffen sowie die Bachstelze, die äusserst selten ist.

Im Wasser: Delfine, Seeschildkröten und weitere

Unterwasser findet sich die Seeschildkröte und auch Delfine leben entlang der Küste von Sardinien. Wrackbarsche, Brassen und andere Fischarten des Mittelmeeres finden sich selbstverständlich ebenfalls. Auch Rochen leben in den Gewässern Sardiniens - man sieht sie aber nur selten.

Flora Sardiniens: Die Pflanzenwelt auf Sardinien

Die üppige Plfanzenwelt Sardiniens lässt sich nicht mal eben schnell komplett beschreiben. Ein paar Highlights sollte man aber kennen, um vor Ort zu wissen, wann es wirklich spannend wird. Auch wenn einige Gegenden auf der ersten Blick gerade im Herbst, Winter und Frühling aussehen wie zuhause: Die auf Sardinen wachsenden Blumen, Gräser und Bäume sind andere als bei uns. Das schafft auch Erleichterung für Allergiker. Der Heuschnupfen legt selbst im üppig blühenden Sardinien meist eine Pause ein.

Kakteen

Kakteen sind bekanntermassen genügsame Pflanzen und können viel Wasser speichern. In den heissen Sommermonaten sind die Kakteen die Gewinner des Klimas: Sie spriessen überall - insbesondere im Süden Sardiniens. Oft werden sie auch als schützende Hecke auf den Feldern eingesetzt. Die Kaktusfeige gehört deswegen auch zu den Früchten, die äusserst verbreitet sind. Ohne entsprechende Kenntnisse sollte man aber nicht selbst versuchen, sie selbst zu ernten. Die Stachel sind tückisch und können schmerzhafte Verletzungen verursachen. Die Kaktusblüte im Frühjahr ist überaus schön anzusehen.

Eukalyptusbäume

Die Eukalyptusbäume findet man überall auf Sardinien. Sie stammen eigentlich nicht von der Insel. Vielmehr wurden sie vor etwa 150 Jahren angepflanzt, um die nassen Gebiete und Sümpfe der Insel trocken zu legen. Das hat erfolgreich funktioniert, die Malaria und andere Krankheiten sind seitdem Geschichte. Die hoch wachsenden Bäume spenden darüber hinaus auch Schatten und sind schön anzusehen (siehe Baumstamm im Bild unten rechts).

Korkeichen und Myrte

Sardinien ist weltweit einer der größten Produzenten für Kork. Die Korkeiche findet sich auf der gesamten Insel. Gerne werden große Korkstücke auch als Servierplatte verwendet. Man kann sie auf den Märkten Sardiniens oder in Kunsthandwerksgeschäften (Artiginia/Artigiano = Handwerkskunst/handwerklich) kaufen. Die Myrte gehört zur mediterranen Macchie und wird sowohl als Dekoration beim Essen eingesetzt als auch verarbeitet. Der Mirto ist ein beliebter Likör auf Basis der Myrtenbeeren (mehr rund um die Spezialitäten Sardiniens).

Mediterrane Kräuter jeder Art

Insbesondere in den Bergen - aber auch im Flachland - Sardiniens finden sich Flecken, die ein einziger botanischer Garten zu sein scheinen. Hier wachsen Lavendel, Rosmarin, Salbei, Oregano, Thymian und andere mediterrane Kräuter in Massen. Der Rosmarin wird gerne auch als Heckenpflanze oder Zierpflanze im Garten eingesetzt und erreicht dabei beachtliche Höhen.

Zitrusfrüchte und anderes

Zitrusfrüchte wie Zitronen, Orangen oder auch Mandarinen gedeihen auf Sardinien hervorragend. Vor allem in den Wintermonaten bis in den Frühling hinein sind sie reif. Entlang grösserer Plantagen kann man die herrliche schmeckenden Orangen und Zitronen am Straßenrand direkt kaufen. Das ist lecker und ausserdem deutlich günstiger als jeder Supermarkt.

Insbesondere rund um Oristano und entlang der Sinis-Halbinsel finden sich ausgedehnte Artischocken-Felder. Die frischen Artischocken kann man überall kaufen. Vorsicht - wer Artischocken noch nie frisch gegessen hat sollte sich auf eine stachelige Frucht einstellen. Die Artischockenherzen sind dabei natürlich der leckerste Teil. Alle anderen Arten von Obst und Gemüse sind auf Sardinien ebenfalls reichhaltig verfügbar.

Mediterrane Macchie

Die Macchie ist ein Begriff, den man zumeist erst kennen lernen muss. Er bezeichnet die flach wachsenden Sträucher der mediterranen Küstenregionen. Entlang der Küste Sardiniens findet sich dieser Bewuchs praktisch überall. Bezeichnend ist dabei, dass zwischen den Sträuchern keine weiteren Gewächse zu finden sind, so dass sich teilweise Pfade durch die Macchie ergeben. Die Sträucher wachsen nicht höher als etwa 2 Meter, manchmal ist der Bewuchs auch noch deutlich flacher. Die Myrte gehört zur typisch mediterranen Macchie so wie auch die weissen Blüten der Zistrose, die auf Sardinien zuhause ist.

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