Sardinien hat viele Gesichter. Je nachdem, ob man mit Kindern und Familie unterwegs ist oder ob man alleine auf Reisen geht – es empfehlen sich jeweils andere Orte. Ein kleiner Überblick hilft bei der Auswahl.

Sardinien: Unterwegs mit Kindern

Die gute Nachricht zuerst: Ganz grundsätzlich ist man auf Sardinien sehr kinderlieb. Ganz egal, wo Ihr unterkommt, man kann davon ausgehen, dass auch Kleinkinder in der Regel kein Problem sind. Besonders schön für Kinder sind die so genannten Agriturismi (Bauernhöfe mit Unterkünften), die oft auch Tiere beherbergen. Im Agriturismo finden sich ausserdem Unterkünfte für ganz unterschiedliche Ansprüche – von luxuriös bis einfach – die Auswahl ist groß. Die meisten Ferienwohnungen und Häuser sind ohnehin für einen Aufenthalt mit Familie ausgelegt, ein Kinderzimmer ist in der Regel vorhanden. Auf Campingplätzen entsteht ohnehin kein Problem.

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Da eine weite Autofahrt mit starken Kurvenfahrten in der Regel keine gute Idee ist, empfiehlt sich die Nähe eines Flughafens oder Hafens. Die beiden großen Anlauf-Orte sind Olbia im Norden und Cagliari im Süden. Von Olbia aus ist die Gegend rund um San Teodoro und Budoni ideal für einen Familienurlaub auf Sardinien. Nähe zum Flughafen, sehr gute Erreichbarkeit auf weitestgehend geraden Strecken ohne große Kurvenfahrten und ausgedehnte flache Strände machen die Reise auf die Insel entspannt. Man ist in der Gegend ausserdem gut auf Touristen eingestellt und so sind auch die sprachlichen Barrieren eher gering.

Im Inselsüden bietet sich von Cagliari aus die Region Pula/Chia sehr an. Vom Flughafen gerade mal runde 30 bis 45 Minuten entfernt, finden sich auch hier schöne flache Strände und eine stressfreie Anreise. Auch wenn Chia und Pula durchaus touristisch sind: Die Gegend ist sehr viel sardischer geprägt, als der Inselnorden. Der Süden ist vor allem außerhalb der Hauptsaison (April/Mai und Oktober) von Interesse, denn hier ist es in der Regel noch ein paar Grad wärmer, als im Norden. Von Cagliari in die andere Richtung liegt die Region rund um Villasimius und Costa Rei. Auch hier gibt es schöne flache Strände – aber auch solche, bei denen es recht steil ins Meer geht. Einheimische geben hier aber gerne Tipps, die richtigen Orte sind schnell gefunden.

Auch die Sinis-Halbinsel und die Region rund um Oristano ist gut für einen Aufenthalt mit Kindern geeignet. Die Anfahrt von Cagliari dauert etwa eine Stunde auf recht bequemer Strecke, von Olbia aus dauert die Autofahrt länger (etwa 2 Stunden kann man einplanen). Aber auch die Verbindung von Olbia funktioniert über sehr bequeme Straßen ohne „Kurverei“.

Erwähnenswert aufgrund der schönen flachen Strände und eher sanften Hügel ist der Nordwesten mit Stintino und Porto Torres. Gefährliche Felsen und schroffe Klippen gibt es hier (wie auch an den anderen vorgestellten Orten) nicht – die ganze Region ist gut erschlossen und mit dem Auto kommt man gut voran.  Allerdings ist hier die Anreise etwas aufwändiger, da man von Olbia aus etwa 1,5 Stunden oder mit Pausen auch mehr einplanen muss. Alternativ lässt sich der Flughafen in Alghero anfliegen – dieser ist aber nicht von allen Orten in Deutschland direkt erreichbar.

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Häufige Sorgen bereitet das Thema „Babynahrung“ und anderweitige Versorgung. Es gibt selbstverständlich auf Sardinien Supermärkte, die unserem Standard entsprechen und auch eine breite Auswahl an Babynahrung und alltäglichen Artikeln, die benötigt werden. Allerdings: Die Marken sind etwas eingeschränkter und teils ist die Zusammensetzung der Babynahrung etwas anders als bei uns. Das kann Probleme bereiten. Wer sicher gehen will, nimmt deshalb auf jeden Fall etwas mit – im Koffer. Im Handgepäck sind Nahrungsmittel nicht erlaubt.




Alleinreisende auf Sardinien

Alleine unterwegs auf Sardinien? Ganz und gar kein Problem. Im Gegensatz zu einigen anderen Ländern und Regionen bietet Sardinien wunderbare Möglichkeiten für einen Urlaub alleine – vor allem auch für Frauen. In den vielen Jahren, die ich selbst auf der Insel unterwegs bin, habe ich nie auch nur einen Fall von Belästigung erlebt. Allenfalls ein interessierter Blick – ansonsten wird man in Ruhe gelassen. Wer Kommunikation sucht, der sollte ein wenig italienisch lernen, denn es ist ansonsten schwierig vor Ort. Aber auch über Facebook-Gruppen oder Foren lassen sich Kontakte herstellen, eine Frage in die Runde bringt sehr schnell eine Verabredung mit netten Leuten auf einen Kaffee oder ähnliches. Clubanlagen mit Animationsprogramm sind hier auf Sardinien allerdings nicht zu erwarten. Insgesamt sind die Menschen auf Sardinien auch hilfsbereit, so dass ein Urlaub allein gar kein Problem ist.

Bei Wandertouren sollte man ein wenig vorsichtig sein. Weit abgelegene Gebiete sind oft sehr einsam – insbesondere außerrhalb der Saison. Hier und da sind auch sehr steile Wegabschnitte mit im Programm oder der Weg wird zur Klettertour. Um solche Touren zu machen, bieten sich zahlreiche lokale Guides an – aber auch das Hinterlassen einer kurzen Nachricht, wo Ihr seid, ist kein Fehler. Alleine los zu ziehen, kann zum Risiko werden – einige Gebiete wie etwa die Wege rund um den Monte Arci sind gut geeignet, um sich zu verlaufen. Auf den Hauptwegen bekannter Wanderrouten kann man sich aber sicher fühlen und man verläuft sich dort auch nicht.

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