Cagliari ist die Hauptstadt Sardiniens. Während die Stadt selbst rund 150.000 Einwohner vorweisen kann, umfasst der Großraum Cagliari rund 450.000 Einwohner. Schon alleine die Einwohnerzahl macht klar: Hier ist was los. Einkaufen, Ausgehen, den Flair der Stadt geniessen, sich sportliche betätigen, Kultur geniessen, aufregendes Strandleben oder Ausflüge in die nähere Umgebung – dafür ist Cagliari genau der richtige Ort. Für einen Urlaub oder Kurzurlaub ist Cagliari bestens geeignet.

Während in vielen Küstenstädten Italiens der Massentourismus Einzug gehalten hat, findet sich hier vor allem Eines: Sardische Ursprünglichkeit. Teure Souvenirläden oder ein schlechtes oder überteuertes Gastronomieangebot – um diese Dinge muss man sich hier keine Sorgen machen.

In ganz zentraler Lage Cagliaris findet sich der Hafen und auch der Bahnhof liegt nur wenige hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt. Der Flughafen findet sich im Vorort Elmas – mit dem Auto braucht man je nach Verkehrslage etwa 20 Minuten bis ins Stadtzentrum. Im Stadtzentrum finden sich dann auch die meisten Sehenswürdigkeiten in Cagliari.

Die Altstadt von Cagliari und die Bastione San Remy

Die Altstadt liegt auf einem Hügel, den man gar nicht verfehlen kann. Ganz oben auf diesem Hügel wird Cagliari dann von der Bastion (Bastione San Remy) gekrönt, die herrliche Ausblicke auf die Stadt bietet – in alle Richtungen. Der Zugang erschließt sich ohne große Suche – eine große Freitreppe vom Stadtzentrum führt nach oben. Von hier aus gelangt man innerhalb von etwa 15 Minuten in die Altstadt Cagliaris, die auch gerne „Castello“ genannt wird. Kleinere und größere Ladengeschäfte finden sich hier, zahlreiche Restaurants, Bars und andere Angebote locken. Dabei fällt das Fehlen großer Ketten eher angenehm auf, nur vereinzelt finden sich einige Markenstores entlang der Hauptstraße. Von hier lohnt sich dann auch ein Erkundungsgang in die verwinkelten Straßen, die den Hügel überziehen.

Wer genug Zeit mitbringt, geht am Abend hier Essen, zu einer Veranstaltung oder in eine schöne Bar. Man ist offen in der Stadt und nicht selten gerät man in sardische Feierlichkeiten wie etwa einen Geburtstag oder den Hochschulabschluss einer Gruppe von Studenten. Vornehme Zurückhaltung ist hier eher unangebracht – man feiert nun einmal gerne und das durchaus auch einfach mitten auf der Straße.

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Auf der Bastion bieten sich freie Blicke über die Stadt. Mit rund 450.000 Einwohnern im Ballungsgebiet ist Cagliari keineswegs eine Kleinstadt.

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In der Hauptstadt Sardiniens tobt das Leben. Wie auch auf dem Festland in Italien ist neben dem Auto der Motorroller äußerst beliebt.

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Die Bauweise ist sehr eigen: Schmal und hoch reihen sich die Häuser auf. Die geschlossenen Läden halten Hitze, Wind oder den seltenen Regen draussen.

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Die Arkaden am Hafen lassen sich gar nicht verpassen. Einfach den Schildern zum Hafen folgen, dann landet man hier. Der Bahnhof liegt gegenüber.

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In der Altstadt in Cagliari schlängeln sich kleine Gassen in einem unübersichtlichen Gewirr über den Hügel. Ein großes Auto ist hier überflüssig.

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Die Kapern wachsen im sonnigen Süden der Insel entlang von Hauswänden.

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Auf der Bastion ist man auf Gäste eingerichtet.

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Konzerte finden Abends ganz öffentlich auf der Piazza del Carmine - auch in der Nähe des Bahnhofs und Hafens - statt.

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Kleine Ladengeschäfte laden zu einem Snack ein. Die Formagielle (im Bild ganz links, zweites Regal von unten) gehören zu den typischen Backwaren der Insel.

Kirchen, andere Bauwerke und Museen

Die Basilica Nostra Signora di Bonaria oder Basilika unserer Lieben Frau von Bonaria stammt ursprünglich aus dem 14. Jahrhundert. Was ehemals eine Wallfahrtskirche war, wurde später um die Basilika ergänzt, die im neobarocken Stil erbaut wurde. So lassen sich anhand der Kirche mehrere Jahrhunderte der Kunstgeschichte nachvollziehen. Auch der Dom Santa Maria di Castello ist ein solch lebendiges Beispiel der kunstgeschichtlichen Entwicklung. Ursprünglich erbaut im 13. Jahrhundert (gotisch-pisanisch) wurde er im Laufe der Jahrhunderte mehrfach umgebaut. Das innere des Doms ist im barocken Stil gehalten, der Glockenturm und die Portale der Seitenschiffe sind im Original erhalten geblieben. Eine zersägte Kanzel gilt als bedeutendes Werk pisanischen Stils und auch die Krypta des Domes ist besonders sehenswert. dom-santa-maria-di-castello-cagliari Die Kirche Chiesa di Santa Restituta ist vor allem wegen der Krypta sehenswert. Diese ist der vorchristlichen Zeit zuzuordnen. Die natürliche Höhle wurde bis zum 13. Jahrhundert genutzt, sie war Versammlungsort der ersten Christen in Cagliari. Die Türme Torre dell’Elefante (erbaut 1307) und Torre di San Pacrazio (erbaut 1305) finden sich in der Altstadt Cagliaris und gehören ebenfalls zu den Sehenswürdigkeiten in Cagliari. Noch heute stellen sie eine Art „Haupteingang“ zum Castello – also zu der Altstadt dar. Sie sind Beispiele pisanischer Militärarchitektur und waren Bestandteil der früheren Verteidungsanlagen rund um die Altstadt. Sie sind sehr gut erhalten und zur Innenseite hin komplett offen, als würden die Wände fehlen. Das war schlichtweg praktisch – der Zugang war einfach, man konnte sich gut verständigen und auch der Nachschub konnte so schneller gewährleistet werden. Sehenswert ist dabei auch das original erhaltene Falltor am Elefantenturm und die drei Meter dicken Mauern. falltor

Museen in Cagliari: Citadella dei Musei Cagliari und botanischer Garten

Der Museumskomplex Cittadella dei Musei umfasst mehrere Museen. Dabei ist insbesondere das Museo archeologico nazionale di Cagliari (Archäologisches Museum) einen Besuch wert, denn Sardinien ist Fundort vieler Stücke aus den unterschiedlichsten Epochen. Aber auch das Museo del tesoro di Sant’Eulalia lohnt einen Besuch, denn hier verbergen sich unterirdische römische Grabungsstätten. Darüber hinaus findet sich hier selbstverständlich auch moderne Kunst. Der Orto Botanico (Botanischer Garten) wird von der Universität Cagliari betrieben und gehört ebenfalls zum Museumskomplex Citadella dei Musei. Er zeigt sowohl einheimische Gewächse als auch Pflanzen aus aller Welt. Auf dem Gelände finden sich außerdem archäologische Fundstätten. Ein Besuch der kleinen Oase lohnt sich, denn gerade in den warmen Sommermonaten ist es hier im Schatten der Bäume gut auszuhalten. Den Museumskomplex findet Ihr an der Piazza Arsenale, auch der botanische Garten ist nicht weit entfernt. Am Montag ist die Citadella dei Musei Cagliari geschlossen, an anderen Tagen ist von 09.00 h bis 20.00 h geöffnet.

Weitere historische Orte in Cagliari

Eine weitere Sehenswürdigkeit findet sich im römischen Amphitheater in Cagliari. Das Anfiteatro Romano stammt aus dem 2. Jahrhundert vor Christus. Es konnte zu römische Zeiten ein Drittel der Stadtbevölkerung aufnehmen und wird heute vor allem für Konzerte genutzt. Einen Besuch ist das Ampitheater wert, denn es ist gut erhalten. Die Necropoli di Tuvixeddu oder Nekropolen von Tuvixeddu ist eine alte Grabanlage, etwa aus der 6. bis 7. Jahrhundert vor Christus. Phoenizisch-punisch ist diese Nekropole, mit einigen tausend Gräbern. Damit handelt es sich um eine der größten Anlagen dieser Art im Mittelmeergebiet. Ganz in der Nähe liegt auch die Grotta della Vipera, ein römisches Grab, dessen Portal von in Stein gemeisselten Schlangen geziert wird.

Stadtstrand Poetto, Flamingos und die Salinen von Cagliari

Der stadteigene Strand namens Poetto bietet auf satten 9 km ein lebendiges Strandleben mit Restaurants, Buden, Bars und wird von den Bewohnern der Stadt vor allem am Wochenende stark frequentiert – zum Baden, um sich zu Vergnügen aber auch für sportliche Aktivitäten wie Beachvolleyball, Running oder zum Rad fahren. Ganz am Rande handelt es aber auch um einen breiten Sandstrand, der alle Möglichkeiten bietet, um sich einen schönen Tag am Wasser zu gönnen. Sehr signifikant hebt sich dabei die Landzunge des Sella del Diavolo (Teufelssattel) hervor. cagliari-poetto Direkt hinter dem Stadtstrand finden sich ausgedehnte Salinen – ein Gebiet mit verschiedenen Verdunstungsbecken, die mit Meerwasser geflutet werden. Das flache Salzwasser alleine ist wenig aufregend. Umso spannender zeigen sich aber die Flamingos, die hier in den Salinen zu Hause sind und in großer Zahl im Wasser stehen. Ein Spaziergang oder ein Ausflug mit dem Fahrrad durch die Salinen ist jederzeit möglich. Ein Blick von oben auf Cagliari zeigt deutlich die großen Becken, die direkt hinter dem Stadtstrand Poetto liegen. cagliari Wer sich gerne draussen bewegt, der sollte auch den Parco Monte Urpinu besuchen. Die Parkanlage liegt auf einer Erhebung und bietet wunderbare Ausblicke auf den Poetto und die Salinen.

Mercato Comunale di San Benedetto

Eine Besonderheit der Stadt ist der Mercato Comunale di San Benedetto. Es handelt sich dabei um einen großen Markt mit Schwerpunkt bei Lebensmitteln. Sowohl Großkunden als auch Privathaushalte gehen hier einkaufen. Auf mehreren Stockwerken präsentieren sich Obst, Gemüse, Fisch und Fleisch in allen erdenklichen Varianten und das ganz frisch. Alles ist sehr sauber hier, die Köstlichkeiten der Insel können in vollem Umfang genossen werden. Von Montag bis Samstag ist der Markt geöffent – von 07.00 bis 14.00 Uhr. Hektik ist dabei nicht notwendig, auch um 13.00 Uhr sind die Regale noch gut gefüllt. san-benedetto-cagliari-markt

Urlaub in Cagliari: Lohnenswerte Ausflüge

Wer ein paar Tage in Cagliari verbringt, profitiert von der guten Anbindung mit dem Flugzeug oder dem Schiff. Auch wenn Cagliari eigentlich Alles für ein paar herrliche Urlaubstage bietet: Ein paar Ausflüge lohnen sich in jedem Fall. Intensives Strandleben findet sich in Pula bzw. Chia oder Villasimius. Der Sella del Diavolo ist ein vorgelagertes Felsmassiv, das den Anblick des Poetto (Stadtstrand) prägt. Dort finden sich aber auch Pfade zum Erkunden des Teufelssattels. Wer gerne auf Gebirgstour geht, wird im Sarrabus-Gebirge bzw. Parco dei Sette Fratelli fündig. Auch der Gebirgszug Monti del Sulcis mit dem WWF-Naturschutzgebiet Monte Arcosu lädt zum Wandern ein. Bei Radfahrern, Motorradfahrern und auch Autofahrern ist die Schlucht Gola Rio Cannas ein beliebtes Ziel. Und weil auf Sardinien einfach der Besuch einer Nuraghe dazu gehört, könnt Ihr euch die Nuraghe Antigori oder die große Nuraghe Su Nuraxi anschauen.

Hotels, Apartments oder Ferienwohnungen in Cagliari

Cagliari ist ideal für einen Kurzurlaub oder für einen Aufenthalt im Rahmen einer Rundreise. Nur die wenigsten Besucher bleiben länger hier in der Stadt. Wer ein Hotel, Apartment oder eine Ferienwohnung sucht, sollte sich auf das Stadtzentrum oder den Stadtstrand Poetto konzentrieren, denn dort ist es am schönsten.

Einige Hotels oder Apartments bieten wunderbare Ausblicke über die Stadt auf das Meer. Das ist aber ein eher seltener Fall. Die engen Gassen der Altstadt bieten eher kühlen Schatten, der gerade im Sommer willkommen ist. Achtet bei der Unterkunft darauf, dass das Hotel oder die Wohnung eine Klimaanlage hat, mit der man zumeist sowohl kühlen als auch heizen kann. Hauptverkehrsstraßen sind recht laut – im lebendigen Stadtzentrum von Cagliari kann man kein sehr ruhiges Hotel oder Apartment erwarten. Wer das will, bucht ein Hotel oder eine Ferienwohnung vorzugsweise außerhalb von Cagliari – beispielweise entlang der Küste in Richtung Villasimius.

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