Am Golf von Oristano ist man gut aufgehoben. Vielseitig präsentiert sich diese Region, mit herrlichen Stränden, ausgedehnten Gebirgszügen im Hinterland, Nachtleben oder Shopping-Möglichkeiten und vielem mehr. Ein Urlaub in Oristano, Putzu Idu, Cabras und in der Umgebung ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Schon vorweg: Die Westseite der Insel ist mit etwas mehr Regen gesegnet, als die Ostseite. Hier werden durch den Mistral die Wolken von Frankreich herein geweht und diese regenen ab, wenn sie auf die Landmasse treffen. Keine Sorge – im Sommer spielt das keine Rolle. Im Winter und Frühling kann man hier aber durchaus auch ein paar Regentage erleben, während die Ostseite in der Sonne liegt. Das stört aber nicht weiter, denn im Winter und Frühling kommt man ohnehin nicht für einen Badeurlaub.

Die Strände der Region haben es darüber hinaus zu jeder Jahreszeit in sich: Von karibischen Anblicken mit Flachwasser bis hin zu schroffer Steilküste gibt es hier Alles. So entsteht eine Mischung aus wilder Natur und Stränden, die bei ruhigem Wetter eher an ein Kinderbecken im Schwimmbad erinnern.

Oristano – Urlaub mit Stadtanschluss

Oristano ist nach unseren Maßstäben eine Kleinstadt. Dennoch stellt sie in der Region ein wichtiges Ballungszentrum dar, mit ausgedehnten Gewerbegebieten, die durchaus von Vorteil sind … hier kann man Alles Kaufen, was man auch von zu Hause kennt, ohne dafür allzu weit fahren zu müssen. Diverse große Supermarktketten finden sich entlang der Straße zwischen Oristano und Santa Giusta. Im Zentrum Oristanos gibt es vorwiegend kleinere Ladengeschäfte, die sehr viel Regionales verkaufen. Tourismus ist hier eher eine Seltenheit.

Die Stadt Oristano ist zwar durchaus einen Besuch wert, aus touristischer Sicht kann man sie aber eher als „unaufregend“ bezeichnen. Hier wird einfach ganz normal gelebt, man putzt sich nicht heraus, um dem Tourismus zu genügen. Das hat durchaus Charme, denn das echte Sardinien erschließt sich auf diese Art und Weise. Wer einfach den Schildern zum Zentrum und/oder Duomo folgt, kann die Stadtmitte gar nicht verpassen. Darüber hinaus ist Oristano natürlich auch Anlaufpunkt für Dinge wie einen Bahnhof, Apotheken, ein Krankenhaus, ein Tierarzt oder ähnliche Dinge des täglichen Lebens.

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Sinis-Halbinsel, San Giovanni di Sinis und Is Arutas

Die Sinis-Halbinsel gehört zu den Zielen in der Region, die auf keinen Fall verpasst werden sollte. San Giovanni di Sinis, Funtana Meiga und andere Ortschaften auf der Halbinsel sind vorwiegend in den Ferien bewohnt. Ganze Siedlungen mit Ferienhäusern finden sich hier. Keine Frage – die Häuser sind schön anzusehen und in der Regel in direkter Strandnähe. Wer einen ruhigen Urlaub sucht, ist dort gut aufgehoben. Wer es etwas lebendiger mag, ist in Putzu Idu oder Oristano deutlich besser dran.

Ein Magnet für Touristen aus aller Welt ist aus gutem Grund die antike Stadt Tharros und das Capo San Marco. Phönizier und Römer haben hier Spuren hinterlassen – in einer großartigen Umgebung, die von Wellen und Stränden umgeben ist. Fruchtbar und üppig liegt Tharros, es ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Mehr Infos über Tharros und das Capo San Marco oder auch Bilder findet Ihr im Beitrag rund um Historische Orte auf Sardinien.

Strände entlang der Sinis-Halbinsel und rund um Oristano

Ein Highlight der Region sind die Strände Is Arutas und der deutlich kleinere Strand Mari Ermi. Eigentlich gehen diese Strände ohnehin ineinander über. Strandwanderungen oder Spaziergänge durch die flach bewachsene Landschaft hinter diesen Stränden sind jederzeit möglich – das Gebiet ist groß. Im Frühjahr ist man hier häufig ganz alleine und auch immer Sommer findet sich immer noch ein ruhiger Platz. Die Geologie der Insel bringt hier eine Besonderheit hervor: Quartz. Die grandiose Farbe des Wassers und des Strandes wird von sehr kleinen Quartzkieseln geprägt, die etwa so groß wie ein Reiskorn sind. In den schönsten Farben finden sich diese Mini-Steine, den Anblick solltet Ihr auf keinen Fall verpassen. Die Quartze selbst sollten auf keinen Fall mitgenommen werden, auch wenn sie noch so schön sind. Allgemeine Infos und Bilder findet Ihr im Beitrag zu den Stränden Sardiniens.

Auch hier ist das Wasser mal sehr ruhig und manchmal aufgewühlt. Kite-Surfer kommen häufiger hierher, wenn sie nicht ganz so geübt sind. Während in Putzu Idu durchaus teilweise bedrohliche Klippen vorzufinden sind und der Wellengang als „extrem“ bezeichnet werden kann, geht es hier ein wenig ruhiger zu. Der Wind ist dennoch oft sehr stark – gerade im Frühjahr sind Windstärken bis zu 9 keine Seltenheit, aber der Wellengang hält sich gegenüber Putzu Idu in Grenzen. Im Gegensatz zu Putzu Idu findet sich hier keine Ortschaft, die direkt in Strandnähe liegt. Das Gebiet wird landwirtschaftlich genutzt, die großen Felder sind Anbaugebiete für Artischocken und andere Köstlichkeiten der Inselwelt.

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Traumstrände: Is Arutas und Mari Ermi. Kristallklares Wasser und die Beschaffenheit der Kiesel im Reiskorn-Format machen die Szenerie einzigartig.

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Berühmt: Hier bei Is Arutas besteht der Strand aus kleine quartzhaltigen Kieselsteinchen. Die Farben sind sensationell schön.

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Die Region wird intensiv landwirtschaftlich genutzt, etwa für Artischocken und anderes Gemüse. Im März/April ist die Landschaft von sattem Grün geprägt.

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Blick von den Felsen von Is Arutas: Auf beiden Seiten zieht sich der Strand, soweit das Auge reicht. Hier findet sich auch im Sommer noch ein ruhiger Platz.

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Entlang des Strandes Is Arutas finden sich vereinzelt auch grandiose Felsformationen.

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Auf dem fruchtbaren Land tümmeln sich große Herden mit Schafen. Die Schäfer winken einem geschickt durch die Herde.

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Highlight an der Sinis-Halbinsel: Tharros und das Capo San Marco. Die antike Stadt Tharros und das Kap sind einen Tagesausflug wert.

Cabras und das Stagno di Cabras

Cabras ist wenig touristisch und hat keine eigenen Strände zu bieten. Da die Strände der Region von hier aber leicht erreichbar sind, ist Cabras durchaus eine gute Wahl für eine Unterkunft, die hier meist günstiger ist, als direkt am Meer. Die Ortschaft selbst besteht aus wirr verwinkelten Straßen – es ist schwer, wieder hinaus zu finden. Kleine und lokale Ladengeschäfte und einige Restaurants bieten an, was die Region hergibt. Vor den Toren des Ortes findet sich das große „Stagno di Cabras“. Der Lagunensee oder Strandsee ist ein Naturschutzgebiet, in dem sich zahlreiche Vogelarten (150 Arten) und andere Tiere heimisch fühlen. Das Wasser hat einen geringen Salzgehalt und auch die Fische fühlen sich hier wohl. Genau deswegen kann man in Cabras besonders guten Fisch essen.

Das Stagno di Cabras lässt sich mit dem Fahrrad umrunden – die Ausmaße sind allerdings nicht zu unterschätzen. Auch ein Spaziergang ist hier möglich. Die Zugänge sind von der vorbei führenden Straße aus leicht zu erkennen. Vorsicht: Hier fühlen sich neben Fischen und Vögeln allerdings auch die Mücken zu Hause. Ohne guten Mückenschutz ist ein Besuch des Stagnos nicht zu empfehlen. Gerade in den kühleren Winter- und Frühlingsmonaten ist das Stagno di Cabras zusammen mit der Ortschaft Cabras ein lohnenswertes Ziel.

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Urlaub in Putzu Idu oder am Capo Mannu

Putzu Idu, Mandriola, Sa Rocca Tunda, S’arena Scoada und Su Pallosu ergeben eine kleine Mini-Region, die in einer flachen, vorgelagerten Landschaft entlang der schönsten Strände der Gegend liegen. Alle Strände hier haben eine Gemeinsamkeit: Der Wellengang ist sehr unterschiedlich – von Tag zu Tag wechselt der Anblick. Wenn von Westen der Mistral aus Frankreich kräftig weht, werden die Wellen sehr hoch. An anderen Tagen – wenn es windstill ist – ist das Wasser ganz ruhig und kristallklar, wie ein Kinderbecken im Schwimmbad.

Putzu Idu und das Capo Mannu sind ein berühmter Surfspot. Windsurfer, Wellenreiter oder Kiter – sie alle sind hier zu finden. Gerade im Frühling finden sich hier bei mäßig bis starkem Mistral die Surfer die Insel und die Inselbesucher ein. Dabei finden sich hier unterschiedliche Spots – für Anfänger genauso wie für Profis. Wer nicht selbst surfen oder kiten will, kann dem bunten Treiben einfach zusehen; die Profis in den hohen Wellen sind ein vergnüglicher Anblick. Neben ein paar wenigen Angeboten ist in Putzu Idu und den benachbarten Orten aber nicht sonderlich viel geboten, es geht eher etwas ruhiger zu.

In Su Pallosu findet sich eine Katzenkolonie, die man auch besuchen kann. Die Katzenkolonie ist kein Tierheim. Vielmehr handelt es sich um eine Familie, die die Tradition des Fischerdorfes fortführt: Man schaffte die Katzen an, um Mäuse und andere Tiere fern zu halten. Schon von weitem warnt ein Schild, man möge bitte langsam fahren, denn Katzen lassen sich nun einmal nicht ganz so einfach auf das Gelände beschränken. Meist sind sie aber tatsächlich im Haus und Garten unterwegs. Das liegt direkt am Strand und auch der Strand gehört zum Tummelplatz der Katzenkolonie Su Pallosu. Man freut sich dort über Spenden oder den Kauf eines Souvenirs. Die Familie spricht auch etwas Englisch.

Das Capo Mannu selbst lädt außerdem zu schönen Spaziergängen ein. Bis ganz nach oben auf die Klippen kann man gehen und hier findet sich auch schon ab Ende März ein warmer Platz für ein Sonnenbad. Dafür ist meist die Suche nach einer windstillen Ecke notwendig – das ist aber kein Problem. Von oben schweift der Blick recht weit – vor allem das Landesinnere und der auf dem Festland gelegene Gebirgszug des Monte Ferru ist gut zu erkennen. Wer einen Ausflug in die Berge unternehmen will, erfährt im Beitrag rund um die Gebirge Sardiniens mehr zum Monte Ferru, dem Monte Arci oder anderen Gebirgen der Insel oder Ihr lest noch mehr Infos zu Stränden der Insel Sardinien.

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Vom Capo Mannu geht der Blick ins Landesinnere. Im Hintergrund ist der Gebirgszug des Monte Ferru zu sehen. Unten: Einer der zahlreichen Strände.

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Wenn der Mistral kommt, finden sich auch die Kite-Surfer am Capo Mannu ein. Die Wellen sind eindrucksvoll - hier surfen nur Profis.

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Rund um das Capo Mannu und Putzu Idu finden sich mehrere Surfspots. Dieser hier ist beliebt bei den Wellenreitern.

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Auf der anderen Seite des Kaps erschließt sich, dass das Capo Mannu aus einer zerfransten Landzunge mit hohen Klippen besteht.

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Von den Klippen blickt man auch auf Putzu Idu. Der Strand (rechts im Bild) ist traumhaft schön. Auf der linken Seite liegt ein Stagno (Lagunensee).

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Der Strand von Putzu Idu. Was an einigen Tagen starke Wellen vorweist, präsentiert sich an anderen Tagen vollkommen zahm.

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Rund um Putzu Idu, Su Pallosu und Mandriola wird auch intensiver Fischfang betrieben. Die Boote liegen rund um das Capo Mannu.

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Die Fischer bringen Ihren Fang an den Strand. Den Fang kann man ganz frisch in den Restaurants der Gegend genießen.

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Vor Putzu Idu finden sich ausgedehnte Steilklippen. Oberhalb der Klippen kann man mit dem Rad oder zu Fuß das Gebiet erkunden.

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Traumhafte Farben am Strand von S\'arena Scoada - ganz in der Nähe von Putzu Idu. Auch hier wird an den Felsen deutlich, dass die Wellen manchmal toben.

Riola Sardo

Etwas vernachlässigt wird oft die Ortschaft Riola Sardo. Dabei liegt sie außerordentlich praktisch. Wer einen Urlaub mit größeren Ausflügen in Richtung Norden – zum Beispiel nach Bosa – oder in den Süden plant, der ist in Riola genau richtig. Eine hervorragende Anbindung in alle Richtungen,  egal ob zur Autobahn nach Norden oder nach Süden oder ob in die Hauptstadt Cagliari oder nach Oristano: Hier kommt man gut weg. Riola Sardo ist kein Touristenort, es gibt dementsprechend keine Ferienanlagen hier. Aber Häuser und Apartments kann man mieten und dabei die Tatsache genießen, dass Riola Sardo tolle Möglichkeiten für das tägliche Leben bietet. Kleine Gemüseläden, der etwas dörflichere Metzger, ein heimeliger Fischladen, eine großartige Pasticceria und auch mehrere Supermärkte und Restaurants – das gehört zu den angenehmen Seiten des Lebens in Riola Sardo.

Monte Ferru und Monte Arci

In gut erreichbarer Nähe findet Ihr die Gebirgszüge Monte Ferru und Monte Arci. Beide Gebirgszüge legen anhand des Namens nahe, es könne sich um einen verzeinzelten Berg handeln. Das ist aber falsch. Tatsächlich handelt es sich um ausgedehnte Gebirge, in denen sich genau ausgedehnte Touren unternehmen lassen – den Schwierigkeitsgrad wählt Ihr dabei selbst. Eine detailliertere Beschreibung und Bilder findet Ihr im Beitrag Gebirge Sardiniens.




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