Der Nordosten Sardiniens kleckert nicht, er klotzt. Mit herrlichen Stränden, bezaubernden Ortschaften, Gebirgen, Landschaften wie aus einer Traumwelt, großartigen Sonnenuntergängen, Grabungsstätten und vielem mehr.  Ein Urlaub in der Gallura ist geprägt von Vielseitigkeit und profitiert darüber hinaus auch von der Nähe zum Flughafen oder Fährhafen in Olbia.

Im Vergleich zu anderen Regionen, die weiter südlich liegen, kann man hier deutlich den Tourismus erkennen. Man ist eingestellt auf andere Sprachen. Hotels, Restaurants, Ferienwohnungen und attraktive touristische Angebote sind oft auch in englischer oder deutscher Sprache verfügbar. Hotelburgen findet man zwar nicht, dennoch geht es hier aber touristischer zu, als in anderen Regionen. Trotzdem findet man gerade außerhalb der Hauptsaison auch hier immer noch Strände, die praktisch leergefegt sind und kann die Natur im Inselinneren ungestört erkunden.

Preislich betrachtet liegt ein Urlaub hier rund um Porto Cervo, La Maddalena, Santa Teresa Gallura oder Arzachena zwar im Schnitt über den Gebieten in der Mitte und im Süden Sardiniens – je nach genauem Aufenthaltsort lässt sich das aber begrenzen. Die Bequemlichkeit der Flughafennähe und die fantastische Umgebung machen die Kosten für einen Urlaub hier ohnehin mit Leichtigkeit wett.

Palau und das Capo d’Orso

Schon ein erster Blick genügt, um festzustellen, wie schön Palau liegt. Der Blick von oben zeigt blaues Meer, die zerklüftete Küstenlinie mit den vorgelagerten Inseln und kleine Ortschaften entlang dieser Küstenlinie.

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Wer gerne am Abend ausgehen mag oder die direkte Nähe zu einem Hauch städtischem Lebens sucht, der ist in Palau gut aufgehoben. Die Hauptstraße, die auch zum Hafen führt, ist von Restaurants, Eisdielen und Ladengeschäften gesäumt. Neben einem dauerhaften Aufenthalt bietet sich außerdem ein Tagesbesuch an.

Berühmt ist der Bärenfelsen am Capo D’Orso direkt neben Palau. Das Cap0 d’Orso ist gut beschildert und lässt sich ganz leicht finden. Die Felsformation, die an einen Bären erinnert, wurde schon in den Schriften der alten Römer und Griechen erwähnt – so markant ist sie. Fantastische Formen in den Felsen und wunderbare Strände finden aber ohnehin in großer Zahl rund um Palau. Eine Grabungsstätte ist das Gigantengrab Li Mizzani. Von Juni bis September findet der Kleinkunstmarkt Mostra mercato dell’artigianato artistico in Palau statt und von Mai bis Oktober fährt der Trenino Verde – eine Schmalspurbahn – von Palau nach Sassari. Zum Wandern ist außerdem das Gebiet rund um Punta Don Diego äußerst beliebt.

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Nur wenige Kilometer entfernt vom Stadtkern findet sich auf dem Monte Altura die gleichnamige Festung Fortezza di Monte Altura. Die gewaltige Festung stammt aus den Jahren 1889 bis 1891 und diente der Verteidigung der Insel La Maddalena und der umgebenden Orte. Die Geschütze konnten bis Korsika schiessen. Darüber hinaus hat man vom Monte Altura einen großartigen Blick auf Palau und das gesamte Gebiet. Es werden Führungen in italienischer und englischer Sprache angeboten – beachtet dabei aber unbedingt, dass während der Zeit von 13.00 bis 15.00 Uhr auf Sardinien praktisch nichts geht.

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Mehr Infos über Palau.

Arzachena und Porto Cervo

Porto Cervo ist berühmt für die Boote und Jachten der Superreichen. Ob nun Fußballstars aus Deutschland oder Leonardo di Caprio – hier macht die Prominenz Urlaub. Das muss einem nicht davon abhalten, in Porto Cervo Halt zu machen und das Städtchen mit Hafen und vielen Einkaufsgelegenheiten zu geniessen. Außerhalb der Saison ist allerdings nicht viel los und auch die Luxuskarossen verschwinden mit dem Ende der Saison.

Mehr Infos über Porto Cervo.

Das bezaubernde Arzachena liegt eingebettet zwischen Gebirgszügen in schönen grünen Hügeln. Auch hier kann man wunderbar entlang der Hauptstraße in der Altstadt bummeln gehen. Dabei ist Arzachena noch verhältnismäßig sardisch geblieben; die Angebote reichen weit über Souvenirs und billige Chinaware hinaus.

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Am Dorfplatz in der Altstadt lässt es sich ebenfalls gut aushalten. Ein Café, ein Eis, ein üppiges Mittagessen oder Abendessen oder ein paar Dolci zum Nachmittag – das lässt sich hier in einer wunderbaren Atmosphäre geniessen. Wie überall auf Sardinien finden sich auch hier zahlreiche Grabungsstätten, etwa die Gigantengräber Lu Coddhu ‚Ecchju und Li Loghi, die Nuraghen Albucciu oder den Tempel Malchittu. Rund um Arzachena finden sich auch schöne Wander- und Hikingrouten.

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Santa Teresa Gallura

Santa Teresa Gallura liegt fast direkt an der Küste. Damit stellt das Städtchen einen Ausnahmefall dar, denn man baute traditionell eher in paar Kilometer von der Küste entfernt. Das Capo Testa und Santa Teresa Gallura sind beliebte Urlaubsziele und auf Touristen ist man hier gut eingestellt.

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In der Ortschaft kann man hervorragend einkaufen gehen – ob das nun Dinge des täglichen Bedarfs sind oder etwas Besonderes wie Kunsthandwerk, frische Lebensmittel oder etwas anderes. Zahlreiche Restaurants, Cafés, Bars oder Eisdielen finden sich hier ebenfalls, die ihre Speisekarten oft sogar in deutscher Sprache verfügbar haben.

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Das neben an liegende Capo Testa bietet zahlreiche Urlaubsvergnügungen, die das Leben vor Ort versüssen. Wanderwege erschließen sich schon auf der Autofahrt in Richtung Capo Testa. Die Beschilderung ist gut; man findet das Kap ohne Probleme von Santa Teresa Gallura aus. Die von Felsbrocken durchzogene Landschaft gibt hier den Blick aufs Meer frei. Entlang der Hänge finden sich zahlreiche Ferienhäuser und Ferienwohnungen oder auch Ferienanlagen.

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Auf der gleichen Strecke – von der Ortschaft Santa Teresa Gallura zum Capo Testa findet sich auch die Grabungsstätte „Lu Brandali“. Sie ist ebenfalls gut beschildert und von der Hauptstraße aus gar nicht zu übersehen. Der Nuraghenkomplex wird durch einen Naturlehrpfad ergänzt, auf dem Ihr die einheimische Pflanzenwelt ein wenig kennen lernen könnt. Gegenüber der Grabungsstätte findet Ihr Wanderwege entlang des Capo Testa – auch diese sind gut zugänglich und leicht zu finden, indem man nach den Parkmöglichkeiten Ausschau hält.

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Rund um Santa Teresa Gallura und das Capo Testa finden sich darüber hinaus selbstverständlich zahlreiche Traumstrände. Und auch hier gilt: Wer sich auf Entdeckungstour begibt und ein paar Kilometer vom Hauptgebiet rund um den Ort Santa Teresa Gallura einen Blick in unbekanntere Gebiete wagt, wird belohnt. Mit karibisch blauem Meer und verhältnismäßig einsamen Buchen und Stränden.

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Strände im Nordosten, Valle della Luna, Monte Limbara und mehr

Strände finden sich hier alle paar Meter. Dazu gehören klanghafte Namen wie Porto Faro, Spiaggia di Punta Falcone, Spiaggia la Marmorata, Spaggia di Cannigione, Baia Sardinia, Sciumara, Cala Capra, Porto Pollo und viele mehr. März bis Mai – in der windigsten Saison – finden zahlreiche Surfwettbewerbe entlang der Hablinsel Isola dei Gabbiani beziehungsweise Porto Pollo statt. Porto Pollo ist darüber hinaus bei Surfern generell sehr beliebt. Die Küstenlinie mit den fantastischen Felsformationen, Sandstränden und kristallklarem Wasser lädt außerdem zum Tauchen und Schnorcheln ein.

Eine Sehenswürdigkeit im Norden der Insel ist das Valle della Luna. Vorsicht – es gibt zwei Orte mit dem gleichen Namen; dieses hier ist das Valle della Luna bei Aggius. Es eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug und leichte Spaziergänge oder etwas ausgedehntere Wanderungen.

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Entlang der SP74 könnt Ihr das Tal gar nicht verpassen. Hier finden sich vereinzelte Felsbrocken in überdimensionaler Größe, die die Landschaft formen und dem Tal den Namen gegeben haben. Im Tal kann man entlang einiger Nebenstraßen wandern. Die Felsanhäufungen sind in weiten Teilen nicht erreichbar, da es sich um Privatbesitz handelt. Erst im oberen Teil des Tales verschwinden die Zäune und Hecken und die gesamte Landschaft wird zugänglich. Nichtsdestotrotz ist das Valle della Luna die Mühe wert.

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Ein wunderbares Wander- und Hikinggebiet findet sich im Gebirgszug Monte Limbara. Entlang der Straße von Tempio in Richtung Oschiri (einfach der Beschilderung folgen) findet sich der Zugang sehr leicht. Von ganz oben lässt sich die gesamte Region überblicken und an klaren Tagen reicht der Blick bis aufs Meer. Auch hier wartet die reiche Tier- und Pflanzenwelt Sardiniens auf Euch. Bizarre Felsformationen finden sich hier selbstverständlich ebenfalls. Mehr zu den Gebirgen lest Ihr im Beitrag rund um die Gebirge Sardiniens.

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Ein schöner Ausflug ist auch eine Fahrt in Richtung Westen. Der Nordwesten mit Castelsardo, Stintino, Porto Torres, Asinara und mehr bietet ebenfalls viel. Entlang der Küstenstraße finden sich zahlreiche Strände, die wie Perlen aneinander gereiht sind (siehe Bild oben). Alleine eine Entdeckungstour zu diesen herrlichen Orten und Ausblicken macht den Aufwand für die Fahrt ganz leicht wett. Die Insel enttäuscht nicht, auch an den abgelegensten Orten findet sich immer etwas Sehenswertes.




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