Die Region im Südwesten der Insel mit Orten wie Torre dei Corsari, Ingurosi, Arbus, Buggeru, Nebida, Masua, Guspini oder Villacidro und  zeigt sich von der wilden Seiten: Berge treffen hier direkt auf das Meer, Steilküsten mit vereinzelten Strandabschnitten sorgen für spektakuläre Anblicke. Auch das Hinterland ist vom Gebirgszug des Iglesiente, einmaligen Naturschauspielen und dem ehemaligen Bergbau in der Region geprägt.

Die dünne Besiedlung sorgt für herrliche Ruhe und Hiking-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten. Das Gleiche gilt für Kletterer.

Strände sind hier auch vorhanden, sie sind allerdings eher „Nebenschauplatz“. Für den reinen Strandurlaub empfehlen sich andere Regionen, etwa rund um Villasimius und Costa Rei oder im Norden Sardiniens und rund um Oristano. Wer großen Wert auf Nightlife oder Shopping legt, ist hier ebenfalls an der falschen Adresse und ist im Norden Sardiniens, in der Hauptstadt Cagliari oder rund um Tortoli/Arbatax und rund um Oristano besser aufgehoben.

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Die Dünen bei Piscinas reichen weit und gehören zum Pflichtprogramm in der Gegend. Rundum lässt sich Vieles entdecken.

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Auf dem Weg von Arbus nach Piscinas kommt man an den Ruinen ehemaliger Bergbau-Gebäude vorbei.

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Die abgebauten Mineralien wurden von den Bergen ans Meer gebracht und von dort verschifft. Stumme Zeugen dieser Zeit gibt es noch immer.

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Der Strand von Piscinas lässt keine Wünsche offen. Sand soweit das Auge reicht ... umgeben von den gewaltigen Dünen und den Bergen des Iglesiente.

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Der Strand von Portixeddu ist einer der ausgedehnten Sandstrände rund um Buggeru. Er ist weniger bekannt, als seine berühmten "Nachbarn".

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In Richtung Buggeru, Nebida und Masua wird die Küste richtig hoch und steil. Die gewaltige Natur hier ist spektakulär.

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In den Bergen des Iglesiente kann man hervorragend Wandern gehen. Doch mancher Weg ist für Anfänger völlig ungeeignet.

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In der ganzen Region blüht im März die Kamille und bedeckt die Landschaft mit weissen Kissen. Auch die Schafe kommen voll auf ihre Kosten.

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Bei Sant\'antonio di Santadi - auf der Rückseite der zum Meer hin abfallenden Berge laufen die Berge aus und werden zu sanften Hügeln.

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Der kleine Felsenstrand direkt unterhalb von Torre dei Corsari bietet geschützte Eckchen und schöne Blicke in Richtung Süden.

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Ein Blick von oben auf Torre dei Corsare. Die Landschaft ist hier - kurz vor dem Golf von Oristano - gefälliger als im Kerngebiet des Iglesiente.


Torre dei Corsari

Bei Torre dei Corsari laufen die schroffen Berge des Iglesiente aus. Hier finden sich neben einigen steilen Bergen auch sanfte Hobbithügel und eine sanftere Landschaft, die hinter Torre dei Corsari – in Richtung Landesinnere – langsam abfällt und flach wird. Torre dei Corsari selbst ist weitestgehend ein Ferienort. Hier klammern sich schöne Ferienhäuser an den Hang, die Straße laufen in wirren Kurven bis zu einem kleinen Strand hinunter. Außerhalb der Saison ist nicht viel los; die meisten Häuser sind dann unbewohnt. Aber auch während der Saison kann man wohl kaum von Menschenmassen sprechen. Die Ortschaft liegt verhältnismäßig weit abseits. Strände finden sich in der Umgebung – vor allem Pistis hat einen ausgedehnten Sandstrand mit Restaurant direkt am Strand zu bieten. Allerdings: Hier fliegen die Kampfjets der Truppenübungsplätze entlang und so wird es am Strand von Pisitis manchmal ohrenbetäubend laut. Die Gegend ist dennoch einen Besuch wert, einfach zu schön ist die Landschaft und die kleinen felsigeren Strände bieten schon ab Ende März einen Platz für ein Sonnenbad, wenn die Sonne heraus kommt und ein windgeschütztes Eckchen gefunden ist.

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Piscinas und Ingurtosu

Piscinas und Ingurtosu sind ganz besondere Orte. Hier wurde in vergangenen Zeiten intensiver Bergbau betrieben, wer von Arbus den Schildern in Richtung Piscinas folgt, kann das entlang der Strecke bewundern. Der Abbau von Erzen und anderem fand in den Bergen statt, die abgebauten Rohstoffe wurden bis hinunter zum Meer transportiert, um von dort verschifft zu werden.

Piscinas selbst erinnert mit einer ausgedehnten und äußerst beeindruckenden Dünenlandschaft ein wenig an den wilden Westen. Zerfallende Häuser in und um Ingurtosu, die ehemaligen Gebäude der Bergwerke üben eine ganz eigene Faszination aus. Bis hinunter zum Strand von Piscinas lassen sich diese Überreste bewundern; dort finden sich noch Überreste der ehemaligen Gleise und rostige Loren verlieren sich in der Nähe des heutigen Parkplatzes im unendlichen Sand.

Der Strand von Piscinas dehnt sich weit aus; Sand soweit das Auge blicken kann bestimmt das Bild. Die Dünenlandschaft von Piscinas, der dazu gehörende Strand und auch Ingurtosu gehören einfach zum Pflichtprogramm in der Gegend. Mehr rund um Ingortosu lest Ihr im Abschnitt historische Orte und Grabungen auf Sardinien.

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Arbus, Guspini und andere Ortschaften

Die Küstenorte finden sich fast in jeder Reiseplanung. Doch angesichts der relativen Einsamkeit entlang der Küste bietet sich eine Tour ins Landesinnere an. Arbus bildet das Tor zu den Bergen und von hier aus kann man einen grandiosen Ausblick auf die darunter liegende Ebene geniessen. Das erschließt sich ganz von alleine, wenn man der Hauptstraße durch Arbus folgt. Weiter unten liegen Guspini, Terralba und andere Ortschaften, die sehr sardisch daher kommen: Untouristisch, mit Dorfplatz und Hauptstraße, die von Eisdielen, Restaurants, Bars, Supermärkten und kleineren Ladengeschäften gesäumt wird. Es lohnt sich, hier Halt zu machen und einen Blick in die nächste Metzgerei, einen Fischladen oder ähnliches zu werfen, einen Wochenmarkt zu besuchen oder einfach nur entlang des Dorfplatzes einen Kaffee zu trinken und dem Treiben zuzuschauen. Außerdem finden sich hier gängige Supermarktketten, in denen die Dinge des täglichen Bedarfs gekauft werden können.

Buggeru, Nebida, Masua, Cala Domestica, Pan di Zucchero

Die Orte Buggeru, Nebida und Masua liegen entlang steiler Küstenabschnitte. Alle haben eines gemeinsam: Von hier lassen sich spektakuläre Ausblicke auf das Meer geniessen. Der Strand Cala Domestica gehört zu den meistbesuchten Stränden der Region, die Lage zwischen den Bergen und das kristallklare Wasser, das langsam abfällt und eher flach ist, sucht ihresgleichen. Auch Buggeru liegt traumhaft schön, eingeklemmt zwischen den Klippen und mit einem vorgelagerten Hafenbecken. Nebida und Masua bieten großartige Naturschauspiele: Schluchten und Höhlen in den Bergen, Höhlen entlang der Küste, atemberaubende Ausblicke auf das Meer.

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Das Herz der Freunde des Klettersports dürfte beim Pan di Zucchero höher schlagen: 132 Meter ragt dieser Fels vor Masua aus dem Wasser und bietet mehrere Kletterrouten. Diese einzigartige Landschaft kann auch von Land aus bewundert werden: Das Belvedere von Nebida ist einer der schönsten Panoramaplätze Sardiniens. Hier findet sich weit ab von den umgebenden Ortschaften sogar eine Bar, in der man bei einem Kaffee oder anderen Getränk und einer Kleinigkeit zu Essen den herrlichen Blick geniessen kann.

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Umgebung: Wilde Natur – Strände, Steilküste, Berge, Klettern und mehr

Die gesamte Region ist spektakulär schön und wild. Strände finden sich ebenfalls in ausreichender Zahl: Cala Domestica, Porto Flavia, Scivu, Piscinas, Pistis, Portoscuso, Capo Pecora – das sind berühmte Namen auf Sardinien. Im Gebirge des Iglesiente lassen sich zahlreiche Touren unternehmen. An der Küste ziehen sich zahlreiche Wege zu den ehemaligen Minen. Im Landesinneren bietet beispielsweise das Landschaftsschutzgebiet Monte Linas – Oridda – Marganai einmalige Momente mit Wasserfällen, Schluchten, Höhlen, Hochebene und einer intakten Tier- und Pflanzenwelt. Das Höhlensystem von Su Mannau bei Fluminimaggiore ist auch von historischer Bedeutung, denn schon viele Jahrhunderte vor unserer Zeit wurde das Höhlensystem genutzt. Ganz in der Nähe von Su Mannau liegt auch der Tempel von Antas – eine Grabungsstätte, die die Nutzung eines Tempels über einen langen Zeitraum hinweg zeigt.

Verschiedene Museen erzählen von vergangenen Zeiten, so etwa das Museo Antico mulino idraulico Licheri in Fluminimaggiore (eine alte Wassermühle aus dem Jahr 1750). Von Interesse ist auch das Museo dell’arte mineraria in Iglesias, das sich rund um die Bergwerke Sardiniens und die Technik, die dort verwendet wurde, dreht. Das Kohlemuseum in Carbonia macht neben der Ausstellung Teile des ehemaligen Bergwerks zugänglich.

Ausflüge in die Hauptstadt Cagliari lassen sich von hier aus ebenfalls in überschaubarem Zeitrahmen unternehmen. Was in Cagliari geboten ist, lest Ihr im Beitrag rund um Cagliari und seine Sehenswürdigkeiten. Bei Pula findet sich die Grabungsstätte Nora – eine antike Stadt, die ebenfalls einen Besuch wert ist. Auch hierzu gibt es weitere Informationen auf dieser Seite: Zur Grabungsstätte Nora auf Sardinien. Im Landesinneren lohnt sich außerdem der Besuch der Nuraghe Su Nuraxi. Auch über Nuraghen lest Ihr mehr im entsprechenden Beitrag rund um Historische Orte auf Sardinien. Ausflüge bieten sich auch auf die Inseln San Pietro und Sant’Antioco an.




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